Trump trifft Kim in Nordkorea / Koschyk: Diplomatischer Schachzug, den Trump, Kim und Moon wohl kaum jemand zugetraut hätte!

Allgemein

Donald Trump hat als erster US-Präsident Nordkorea betreten. Es kam zum historischen Handschlag mit Kim Jong-un! Bild.de befragte hierzu den Ko-Vorsitzenden des Deutsch-Koreanischen Forums und anerkannten Korea-Experten, Hartmut Koschyk:Was bedeutet dieser historische Handschlag?Er demonstriert, dass Donald Trump und Kim Jong-un weiter daran interessiert sind, in ihre persönlichen Beziehungen zu investieren, um den Verhandlungsprozess in Gang zu halten und dass es zwischen Ihnen eben keine „Funkstille“ gibt. Das wird den Verhandlungen auf Arbeitsebene neuen Schwung verleihen!Hat es Sie überrascht, dass ein Treffen so spontan stattfinden konnte?Ich vermute, so spontan war das Treffen nicht! Es gab sicher eine gewisse Vorlaufphase, da Trump sich keine Absage einhandeln wollte und Kim nicht binnen Tagesfrist mobilisierbar ist. Sicher hat auch Südkoreas Präsidentin Moon Jae In hinter den Kulissen eine vermittelnde Rolle gespielt! Alles in allem ist das ein diplomatischer Schachzug, den Trump, Kim und Moon wohl kaum jemand zugetraut hätte!Was ist das für eine Beziehung zwischen Kim und Trump?Eine Zweckbeziehung auf Gegenseitigkeit mit einer inzwischen erstaunlichen Belastbarkeit und Stabilität!Wie geht es jetzt weiter?Das Treffen in Panmunjom bedeutet Rückenwind für die Verhandlungen auf Arbeitsebene: die beiden Chefs haben ihren Sherpas signalisiert: Strengt Euch an und legt ein gutes Ergebnis vor, dass wir dann unterschreiben können!Wie sollte sich Deutschland und die EU verhalten?Deutschland und die EU sollten endlich ein ernstes Interesse an diesem Friedens-Prozess für Nordostasien zeigen und Schweden, dass hier schon sehr viel diplomatische Initiative gezeigt hat, auch öffentlich sichtbar unterstützen und als EU erkennbar werden. Es geht dabei auch um Wirtschaftsinteressen, da wir mit Südkorea und Japan durch EU-Freihandelsabkommen verbunden sind. Denn irgendwann wird der politisch-diplomatische Prozess eine ökonomische Dimension erreichen. Wenn wir jetzt nur zaudernd beiseite stehen, wird man uns später bei ökonomischen Initiative auch nicht dabei haben wollen. Vor allem unsere südkoreanischen Partner, sind über die deutsche und europäische Zurückhaltung sehr irritiert!Zum Artikel auf Bild.de gelangen Sie hier.

Weitere Beiträge